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Eskalator

Eva Olivin und Florian Berger
Mixed Media | 2020

Für die Menschen, die das Schocken 1930 bis 1932 zum Klingen gebracht haben.

Die archäologische Daueraustellung des smac füllt die zentralen Räume im ehemaligen Kaufhaus Schocken. Zu Beginn der 1930er Jahre war dieser Ort mit seinem modernen Menschenbild und dem breiten, erschwinglichen Sortiment ein Anziehungspunkt im Herzen der Stadt. Die Installation Eskalator knüpft an die damals hochmoderne Abteilung "Sprechapparate und Platten" an, in der frisch gepresste Orchesterwerke und neueste Schlager erschallten und sich mit der Geräuschkulisse der Etage verflochten. Die Klänge jener Jahre sind heute verloren. Die Installation des Duos studio fatal nähert sich ihnen deshalb mit bewährten archäologischen Verfahren: Bei dem fragilen Apparat Eskalator tastet sich die Nadel eines Plattenspielers in der Zeit zurück und spürt unverstärkt Tonspuren nach, die so niemals aufgezeichnet wurden. Die sieben Kompositionen sind eine akustische Annäherung an die Blütezeit des Schocken vor der Enteignung durch die Nationalsozialisten und eine tiefe Verbeugung vor dem Pioniergeist der jüdischen Unternehmer Simon und Salman Schocken.

Ein Mann beugt sich über die Installation Eskalator. Die Spiegelbilder von 2 Personen mit FFP2-Maske nähern sich der Installation Eskalator. Hinter der Installation Eskalator aktiviert ein Kind eine Leucht-Projektion der Dauerausstellung.

Die Künstler*innen

Eva Olivin studierte Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, Florian Berger hingegen Medientechnik an der HTWK Leipzig. Während sich Eva Olivin in Rauminstallationen verbohrt und künstlerische Interventionen als Versuchsanordnungen aufbaut, erforscht Florian Berger digitale Spiele und arbeitet mit Musiker*innen im Tonstudio. Als Duo studio fatal komponieren sie seit 2016 gemeinsam Musik für Filme im Kopf. Vom handgekurbelten Leierkastenstück aus folgen sie den Spuren eines Dampfmaschinen-Orchesters hinein in ein Streichquartett auf dem Balkan – querfeldein durch hundert Jahre Musiktradition in Europa, und manchmal darüber hinaus.

Das Album

Cover der Schallplatte Eskalator: Durch das gestanzte Mittel-Loch in der weißen Karton-Tasche liegt das rote Etikett frei.

Das Konzept-Album Eskalator wurde am 1. Juli 2021 veröffentlicht. Es ist erhältlich bei Bandcamp als digitales Album und als Vinyl-Edition.

  1. Conference (01:01)
  2. Emilka (02:30)
  3. Der rote Kardinal (02:32)
  4. Tok (02:22)
  5. Falassa (01:56)
  6. Metronom (00:56)
  7. Esperia (03:08)

Tausend Dank

Wir danken mit Kusshand: Attila Bihari für die beste Künstler*innen-Betreuung aller Zeiten, Dirk Sorge für die Prüfung vom Audio-Guide, allen Prüfer*innen für Leichte Sprache sowie Anja Dworski und Josephine Bilk, Gregor Henker für seine Flugkünste – und dem Streichquartett Arcobaleno mit Milica Đurović, Sandra Mijatović, Mina Antanasijević und Isidora Filipović für die wunderbare Zusammenarbeit.

Unterstützung

Zur Internet-Seite vom Klub Solitaer

Das Projekt "Kunst im Kontext – Museum für Alle" wurde vom Klub Solitaer e. V. kuratiert.

Zur Internet-Seite der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Die Entstehung von Eskalator wurde durch ein Denkzeit-Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unterstützt.